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Der Siegel Dschungel – Teil 3: Naturkosmetik

In den letzten zwei Teilen meiner Siegel Dschungel Reihe handelt es sich um Bio Lebensmittel und nachhaltige Textilien. Im heutigen dritten und letzten Teil, möchte ich euch die wichtigsten Siegel aus dem Bereich Naturkosmetik vorstellen. Die Entwicklung in der Kosmetikbranche ist ebenso rasant wie in den anderen nachhaltigen Branchen. Hier werden immer mehr biologische und natürliche Produkte hergestellt. Dementsprechend sollte aber auch hier auf die Zertifizierung geachtet werden.

Um euch diesbezüglich einen Überblick zu verschaffen, hier die gängigsten Siegel und Zertifizierungen im deutschsprachigen Raum:

Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungs- und Körperpflegemittel (BDIH)
Der BDHI mit Sitz in Mannheim wurde 1951 gegründet, das entsprechende Prüfzeichen für kontrollierte Naturkosmetik gibt es aber erst seit 2001. Dieses setzt voraus, dass mindestens 60% aller Produkte der dazugehörigen Marke den BDIH Standard erfüllt.

folgende Punkte umfasst der BDIH Standard:

• die pflanzlichen Rohstoffe stammen aus kontrollierten biologischen Anbau oder kontrollierter Wildsammlung
• organisch-synthetische Farbstoffe und synthetische Duftstoffe sind nicht zugelassen
• Silikone, Paraffine und alle weiteren Erdölprodukte dürfen nicht verwendet werden
• tierische Produkte (z.B. Milch, Honig,etc.) sind erlaubt, Rohstoffe aus toten Wirbeltieren jedoch nicht
• Verbot von Tierversuchen
• anorganische und mineralische Salze, Säuren und Laugen dürfen verwendet werden
• die Rohstoffe sowie die Endprodukte dürfen nicht mit ionisierten Strahlen behandelt werden
• bei ausreichender Kennzeichnung der Verpackung ist die Verwendung von naturidentischen Stoffen wie Benzoesäure, Salicylsäure, Sorbinsäure und Dehydroacetsäure zur Konservierung erlaubt
NaTrue
2007 haben sich führende Naturkosmetikfirmen (Lavera, Logona, Primavera, Santaverde, Dr.Hauschka, Weleda) zusammengeschlossen und den Verband mit Sitz in Brüssel gegründet. Ziels ist es, Naturkosmetik weltweit zu schützen und zu fördern.

Das Siegel unterscheidet drei verschiedene Zertifizierungsstufen:

• Naturkosmetik: bildet die Basis aller NaTrue zertifizierten Produkte
• Naturkosmetik mit Bio Anteil: verlangt im Vergleich zum Naturkosmetik Standard einen höheren Anteil an unveränderten Naturstoffen und mindestens 70% davon müssen aus kontrolliert biologischer Erzeugung und/oder aus kontrollierter Wildsammlung stammen
• Bio Kosmetik: stellt die höchsten Anforderungen an NaTrue zertifizierte Produkte, mindestens 95% der Naturstoffe müssen aus kontrolliert biologischer Erzeugung und/oder aus kontrollierter Wildsammlung stammen

folgende Punkte werden ebenso berücksichtigt:

• hormonell wirksame Chemikalien, synthetische Duft- und Farbstoffe sind nicht gestattet
• Paraffine, Propylene, Alkyle dürfen nicht verwendet werden
• genetisch modifizierte Inhaltsstoffe sind nicht zugelassen
• die Bestrahlung von Endprodukten oder deren Inhaltsstoffe ist untersagt
• Verbot von Tierversuchen
Ecocert
Die Organisation wurde 1991 in Frankreich gegründet und unterscheidet zwischen

• Naturkosmetik: muss zu mindestens aus 50% pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen und mindesten 50% der gesamten Inhaltsstoffe müssen aus kontrolliert biologischen Anbau kommen
• Bio Kosmetik: muss zu mindestens aus 95% pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen und mindestens 10% der gesamten Inhaltsstoffe müssen aus kontrolliert biologischen Anbau kommen

Folgende Richtlinien werden ebenso festgelegt:

• genetisch modifizierte Inhaltsstoffe sind nicht zugelassen
• Verbot von Tierversuchen
• Einsatz von toten Wirbeltieren ist nicht erlaubt
• Die Verwendung von Nanopartikel ist nicht gestattet, ebenso die Verwendung bestimmter Treibhausgasse wie Propan, n-Butan, Isobutan oder Methyloxid
• verboten sind Substanzen, welche nachweislich bio-akkumulativ sind und nicht biologisch abbaubar
• für die Reinigung der Produktionsstätten dürfen nur bestimmte Reinigungsmittel eingesetzt werden
• Maßnahmen im Bereich Umweltschutz werden vorausgesetzt, diese umfassen Emissionsmanagement, Abfallmanagement und Energiemanagement
• Umweltschonende Verpackungen: PVC und Styrenpolimere sind verboten und so wenig Zweitverpackungen wie möglich werden verlangt, Außenverpackungen für Schachteln sind nicht erlaubt
Cosmebio
Das Label wurde 2012 in Frankreich gegründet, dieses verspricht mindestens 95% natürliche Inhaltsstoffe und 95% der gesamten pflanzlichen Bio Rohstoffe sowie 10% der Gesamtinhaltsstoffe müssen aus kontrolliert biologischen Anbau stammen.

folgende Punkte umfasst der Standard:

• die Mehrheit synthetische Konservierungsstoffe wie Formaldehyd-Generatoren, Parabene und Phenoxyethanol dürfen nicht verwendet werden
• Paraffine, Silikone, ethoxylierte oder glycolierte Produkte sind nicht gestattet
• Emissionsarme Produktion wird vorausgesetzt
• Einsatz von toten Wirbeltieren ist nicht gestattet

Siegel für tierversuchsfreie Kosmetik:

Leaping Bunny
Der Standard wurde 1996 gegründet und basiert auf dem Humane Household Product Standard. Das „springende Kaninchen“ zeichnet Unternehmen aus, die ganzheitlich auf Tierversuche verzichten, keine in Auftrag geben oder sich daran beteiligen. Dies gilt für alle Inhaltsstoffe und Endprodukte. Ebenso sind auch keine Inhaltsstoffe, Rezepturen oder Produkte von Unternehmen, welche dafür Tierversuche durchgeführt oder in Auftrag gegeben haben. Das Siegel wird von der Coalition for Consumer Information on Cosmetics (CCIC) vergeben, einem Netzwerk von acht Tierschutzorganisationen aus verschiedenen Ländern.
Kanninchen mit schützender Hand
Das Logo ist eine eingetragene Marke und steht seit 1979 tierversuchsfreie Kosmetik. Die Richtlinien wurden vom Deutschen Tierschutzbund zusammen mit dem Internationalen Herstellerverband für tierschutzgeprüfte Naturkosmetik, Kosmetik und Naturwaren e.V. (IHTN) entwickelt. Diese gehen über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus und berücksichtigen sowohl die Gewinnung und Erstellung der Inhaltsstoffe als auch das Endproduktes.
PETA Cruelty-Free
Die international agierende Tierrechtsorganisation führt eine eigene Positivliste. Die dort eingetragenen Unternehmen müssen PETA schriftlich bestätigen, dass sie auf Tierversuche bei Rohstoffen und Endprodukten verzichten. Ebenso muss bestätigt werden, dass sie nicht am chinesischen Markt registriert sind.
Veganblume
Die „Vegan Society“ wurde 1944 von Donald Watson gegründet das dazugehörige Siegel, die Veganblume wurde 1990 eingeführt, dieses ist kein Siegel im klassischen Sinne. Das Produkt darf keine tierischen Inhaltsstoffe oder tierische Nebenprodukte beinhalten. Ebenso dürfen keine aus Tieren gewonnen Rohstoffe (zum Beispiel Kuhmilch) beinhalten. Während der Produktion dürfen auch keine tierischen Materialien verwendet werden. Tierversuche sind in jedem Produktionsschritt untersagt. Die Veganblume sagt jedoch nicht aus, ob es sich um Naturkosmetik oder bei den Inhaltsstoffen um Bio Qualität handelt!

Als Informationsplattform kann ich euch folgende Seiten empfehlen:

www.suedwind.at

www.label-online.de

https://www.siegelklarheit.de/home#textilien

Hier findet ihr Informationen und Bewertungen zu Siegel aus allen Bereichen.

Sollte ich etwas vergessen haben oder ihr euch eine Ergänzung wünschen lasst es mich wissen!

 

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