In PLEASURE

Die Altkleidercontainer haben nichts mit einer Spende zu tun!

Ich habe, bevor ich die Hintergrundinformation hatte, oft meine „alte“ Kleidung in einen Altkleidercontainer gegeben, mit dem Grundgedanken zu helfen und etwas Gutes zu tun. Dem ist aber leider gar nicht so…

Altkleidercontainer stehen mittlerweile in jeder Stadt und auch im Dorf findet man sie, an Straßenkreuzungen, in Wohngebieten, auf Parkplätzen. Es spielt keine Rolle ob die Container karitativen Hilfsorganisation oder privaten Abzockern gehören, denn die Kleidung landet recht selten, wie eigentlich vermutet, kostenlos bei Bedürftigen.

Stattdessen wird gut erhaltene Kleidung an Secondhandläden weiterverkauft, minderwertige Ware landet auf südamerikanischen und afrikanischen Märkten und was gar nicht zu gebrauchen ist, muss laut Gesetz recycelt werden. Daraus werden dann Putzfetzen oder Dämmmaterialien hergestellt.

Die recycelten Kleidungsstücke, welche im Grunde ein zweites Leben bekommen, sind zumindest wenn es um den Umweltschutz geht, keine schlechte Idee. Denn eine recycelte Hose ist immer noch besser als eine, die im Müll landet und verbrannt werden muss.

Doch der Teil welcher in die Entwicklungsländer kommt, zerstört unter Umständen die lokale Textilindustrie und auch den Menschen vor Ort ist es keine Hilfe. In Reportagen und Zeitungen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass viele Menschen ihre Jobs in der Textilindustrie verlieren. Ein einheimisches Produkt kommt gegen die günstigen Preise, zu denen die gespendete Kleidung auf den Märkten dort verkauft wird, einfach nicht an.

Warum gemeinnützige Organisationen dies so handhaben:

Die gespendete Kleidung muss sortiert und transportiert werden, das kostet Geld. Durch den Weiterverkauf der Kleiderspenden kann ein finanzieller Gewinn erzielt werden. Dieser deckt zum einem die Kosten und fließt unter anderem auch in verschiedene soziale Projekte. Eine gute Sache, die aber nichtsdestotrotz den Menschen in den Entwicklungsländern schadet. Aufgrund dessen landet nur ein kleiner Anteil der Spenden kostenlos bei bedürftigen Menschen.

Diese Situation wird gerne auch bestritten,  mit der Erklärung, dass die importierten Kleiderspenden für die Entwicklungsländer gut wären. Weil im Gegensatz zur lokalen Kleidung seien diese für ärmere Menschen erschwinglicher. Zudem habe diese Form der Verwertung sogar neue Arbeitsplätz rund um den Handel und das Verarbeiten der gespendeten Kleidung geschaffen. Meiner Meinung nach eine sehr fragwürdige Argumentation…

Was du mit deiner „alten“ Kleidung sinnvoll machen kannst:

  • direkt zu sozialen Einrichtungen bringen (z.B. die Gruft, Frauenhaus, Mutter-Kind-Heim, Kinderheim, etc.)
  • Vereine sind auch immer dankbar für Spenden (z.B. Kinderzukunft, Armut lindern, etc.)
  • im Kostnixladen abgeben
  • selbst bei einem Flohmarkt, einem regionalen Second Hand Shop (secondpassion, Zweitkleid7, etc.) oder einer entsprechenden Onlineplattform verkaufen
  • Kleidertauschpartys im eigenen Freundeskreis veranstalten oder bei einer organisierten Party mitmachen
  • oftmals reicht es auch sich im näheren privaten oder beruflichen Umfeld umzuhören um finanziell schwächere Familien oder Personen unterstützen zu können

Ich habe mich mittlerweile für eine Mischung aus Kleidertauschpartys, Verkauf an Second Hand Läden und direkter Spende entschieden. Ich muss zugeben, dass ich unterschätzt habe wie viel Hilfe eigentlich in unserem Sozialstaat Österreich gefragt ist. Daher kommt der Altkleidercontainer, wo ich nicht weiß was mit meiner Spende passiert, für mich nicht mehr in Frage!

Was macht ihr mit euren „alten“ Sachen?

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