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Was steckt hinter ätherischen Ölen?

Die ätherischen Öle kommen uns immer häufiger unter! Sie werden vielseitig eingesetzt, als Zugabe zu Pflegeprodukten, selbstgemachte Parfums, in der Aromatherapie oder als Mittel gegen diverse Beschwerden. Dabei wussten schon im Altertum die Menschen um die heilenden Eigenschaften von ätherischen Ölen. Die Ägypter verbanden mit den Düften aromatischer Heilpflanzen Reinheit, Göttlichkeit und Macht. Inzwischen sind viele der überlieferten Heil- und Einsatzmöglichkeiten von ätherischen Ölen in Studien bestätigt und die Wirkung wurde wissenschaftlich anerkannt.

Die Bezeichnung „Öle“ ist dabei manchmal etwas irreführend, denn anders als die sogenannten fetten Öle enthalten sie gar keine Fette, sind jedoch fettlöslich. Die Bezeichnung „ätherisch“ bedeutet, dass es sich um etwas nicht Fassbares handelt. Grundsätzlich handelt es sich dabei um stark riechende, biochemische Verbindungen verschiedener Pflanzenteile, wie zum Beispiel Blüten, Blätter, Rinden, Harze oder Wurzeln. Sie bestehen aus bis zu 300 verschiedenen Einzelverbindungen und die Herstellung ist sehr aufwendig, für die Gewinnung eines Gramms werden 150 bis 5000 Gramm Pflanzenmaterial benötigt.

Einen großen Unterschied macht dabei der Prozess der Herstellung:

 
 

1. Destillation

Es gibt mehrere Möglichkeiten der Destillation, am häufigsten wird aber die Wasserdampf- oder Vakuumdestillation angewandt. Durch Erhitzen der Pflanzenteile mit heißem Wasser oder Wasserdampf in einem geschlossenen Behälter wird Dampf durch die Pflanze geführt, wodurch das ätherische Öl zur Verdunstung kommt. Die wasserlöslichen Substanzen des ätherischen Öls bleiben im Wasser zurück. Später wird der Dampf gekühlt und kann dadurch kondensieren. Weil destillierte Öle nicht wasserlöslich sind, können sie leicht abgeschöpft werden.

2. Kaltpressung

Diese Methode wird bei Zitrusfrüchten, wie zum Beispiel bei Orange, Mandarine, Zitrone, Bergamotte, Limette, etc., angewandt, weil sich das ätherische Öl in der Fruchtschale befindet und nicht etwa im Fruchtfleisch. Die Schalen, die nicht mit Zusätzen behandelt sein dürfen, werden so lange gedrückt und gepresst, bis die Öldrüsen, welche das ätherische Öl enthalten, platzen. Das Öl der Zitrusfrüchte ist besonders natürlich, sowie rein und aufgrund der einfachen Gewinnungsmethode, sowie der großen Menge der verfügbaren Schalen relativ preiswert.

3. Extraktion

Für empfindliche Pflanzenteile, wie zum Bespiel Blüten, werden die Öle mit Hilfe eines chemischen Lösungsmittels, zum Beispiel Toluol, Alkohol, Methanol, etc., extrahiert. Dafür werden in einem dampftopfähnlichen Tank, die Pflanzenteile den Lösungsmitteldämpfen ausgesetzt. Dann lässt man das mit den Pflanzenessenzen gesättigte Lösungsmittel verdunsten und zurück bleiben Duftmoleküle und Duftstoffe. Die so gewonnen Öle sind sehr duftintensiv und werden als Absolue bezeichnet. Das Lösungsmittel wird am Ende des Herstellungsprozesses wieder aus den ätherischen Ölen entfernt. Es gibt eine gesetzliche Auflage, dass die Rückstandskonzentration 10 ppm nicht überschreiten darf.

4. Kohlendioxid Extraktion

Ein relativ neues Verfahren ist die Kohlendioxid-Extraktion, dabei wird mit flüssigen CO2 gearbeitet. Es wird flüssiges CO2 über eine Pumpe auf den Extraktionsdruck komprimiert und durch einen Wärmetausch in den Extraktor gefördert. Auf dem Weg durch den Extraktor lösen sich die extrahierten Stoffe im CO2, welche nun zum Separator geleitet werden. Dort wird das Öl durch die Änderung von Druck und/oder Temperatur abgeschieden. Dies erfolgt je nach Pflanzenteil mit einem Druck von bis zu 600 bar und einer Temperatur zwischen 30°C und 80°C. Ein großer Vorteil bei diesem Verfahren ist, dass das Lösungsmittel – CO2 durch Reduzierung des Druckes rückstandslos und einfach aus dem Öl entfernt werden kann, weil sich das flüssige CO2 bei normalen Raumdruck wieder in seinen gasförmigen Zustand verflüchtigt.

Qualität:

Bei ätherischen Ölen ist die Qualität nicht gesetzlich geregelt, daher sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass es sich um 100% reine ätherische Öle handelt. Wenn das Etikett nicht deutlich auf eine 100% reine Qualität hinweist, kann es sein, dass das Öl verdünnt ist und unter Umständen mit synthetischen Düften beduftet wurde. Die erwartete Wirkung des Öls bleibt in diesem Fall natürlich aus. Das Etikett sollte unter anderem auch Auskunft über die Qualität der verwendetet Pflanzen geben.

Ätherische Öle mit guter Qualität werden aus entsprechend Pflanzen gewonnen, welche aus Wildsammlungen oder aus dem Bio-Anbau stammen. Also frei von Pestiziden, Unkrautbekämpfungsmittel und Kunstdünger! Nur diese ätherischen Öle enthalten die gebündelte Lebenskraft der Pflanze. Und genau sie wirken auf das Gehirn und können auf diese Weise sowohl physisch als auch psychische Prozesse im Körper des Menschen positiv beeinflussen.

Selbstverständlich haben qualitativ hochwertige ätherische Öle ihren Preis. Dieser relativiert sich jedoch dadurch, dass nur wenige Tropfen benötigt werden und man eine längere Zeit auskommt.

Verwendung:

Für ätherische Öle gibt es eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten! Gemischt mit hochwertigen Basisölen, wie zum Beispiel Jojobaöl, Mandelöl, Sesamöl oder Avocadöl, ergeben sich gesunde und natürliche Körper- oder Massageöle. Je nach Dosierung kann auch ein Parfüm hergestellt werden. Wenn man ätherische Öle in etwas Alkohol, erhält man Raumsprays, die man mit gutem Gefühl einatmen kann. In der Raumbeduftung (Raumsprays, Duftsteine, Duftlampe, etc.) können sie zur Behandlung von manchen emotionalen Problemen, wie z.B. Angst, Depressionen, Anspannung oder Stress und das ohne Nebenwirkungen befürchten zu müssen. Wenn man ätherische Öle in heißes Wasser für heiße Kompressen oder in kaltes Wasser für kalte Kompressen gibt, sind sie zum Auflegen auf schmerzende Gelenke oder verspannte Muskelpartien geeignet. Besonders bei Hautproblemen und der Körperpflege werden ätherische Öle sehr erfolgreich eingesetzt. Sie eignen sich ausgezeichnet für selbstgemachte Naturkosmetik!

Bevor man ätherische Öle anwendet, sollte man sich das nötige Wissen beschaffen! Denn nicht jedes Öl ist für jeden gleichermaßen geeignet und auch für Babys und Kleinkinder können einige Öle aufgrund ihrer intensiven Wirkung ungeeignet sein!

„Das Äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte ihrer Wirkung.“ Johann W. von Goethe

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